Heute ging es vom schönen Château de la Motte über viele Feldwege zum mittelalterlichen Städtchen St. Haon. Da wir heute zeitig am Ziel waren, hatten wir Zeit das Städtchen zu besichtigen. Die kommunale Gîte , unsere heutige Unterkunft, liegt direkt neben der Kirche.
Reste der Zisterzienser- Abtei in La Bénisson-Dieu
Heute konnte ich den ersten Tag wieder mit Hiltrud zusammen laufen. Wir hatten auf der relativ kurzen Etappe mehrere schöne Kirchen oder ehemalige Klöster: zunächst das ehemalige Franziskanerkloster nahe bei Charlieu, dann nach Überquerung der Loire eine romanische Kirche in Briennon und dann die ehemalige Zisterzienser- Abtei.
Kapitel im ehemaligen Benediktinerkloster in Charlieu
Heute lief es sich schnell in das Städtchen Charlieu. Die Stadt hat eine große Geschichte mit einem Kloster der Clunyazenser. Später machten noch die Franziskaner Konkurrenz. Die Stadt liegt nämlich an der Kreuzung alter Handelswege. Dazu gehörte die Verbindung Paris – Lyon.
Bei der heutigen waldreichen Etappe überquerte ich nicht nur die Grenze zwischen den Départements Rhône und Loire, sondern auch die Wasserscheide zwischen Mittelmeer und Atlantik. Gleichzeitig veränderte sich auch der Blick in die Landschaft. Das Loiretal ist deutlich dichter besiedelt als der Raum um Cluny. Man schaut in eine große Flusssenke.
Heute habe ich unterwegs tatsächlich auch einmal einen anderen Pilger getroffen und mich mit ihm in der Mittagspause ausgetauscht. Heute Abend habe ich zum Schlafen einen Ferienbungalow.
Seit langem hatte ich heute wieder einmal eine Gipfelbesteigung. Der Mont St. Rigaud ist mit 1012 m der höchste Berg im Département du Rhône und für mich auch der bisher höchste Punkt auf dem Weg. Bei bestem Wetter konnte ich das Panorama vom Aussichtsturm genießen. Ich konnte sogar den Mont Blanc erkennen. Die relativ kurze Etappe ließ mich zeitig am Tagesziel ankommen.
Gestern, am Sonntag und heute, am Montag jeweils ca. 23 km gelaufen.
Reste des Klosters von Cluny
Zeitig mit dem ersten Sonnenlicht habe ich Taizé verlassen und hatte nach dem lebendigen Eindruck der Kommunität das historisch relevante Ziel Cluny im Auge. Am späten Vormittag konnte ich mir dort einen Pilgerstempel holen und die museale Anlage besichtigen. Die Ausmaße des ehemaligen Klosters sind zwar nur zu erahnen. Aber die Anlage mit der ehemals größten Kirche der Christenheit ist schon gewaltig. Dabei steht ja nur ein Seitenflügel der romanischen Kirche. Der Rest war während und nach der französischen Revolution Steinbruch. Irgendwie kam mir die Anlage sympathisch für den Zustand der Institution Kirche vor.
Nach Mittag ging es dann langsam in die Berge. Ich hatte dann eine sehr schöne Unterkunft auf einem ehemaligen Bergbauernhof. Heute ging es dann wie gestern Nachmittag bei traumhaftem Herbstwetter weiter in die Berge. Heute Abend bin ich alleine in einem „Château“. Etwas abgelegen im Wald auf 550 m Höhe bei Ouroux – aber beeindruckend.
Über den Radweg, der auf einer alten Bahntrasse verlief, ging es zügig nach Taizé. Pünktlich zum Mittagsgebet kam ich an. Die Ankunft war für mich sehr berührend. Jetzt will ich bis Sonntag hier bleiben.
Heute bin ich einen abwechslungsreichen Weg mit viel Aussicht gelaufen. Wald- und Feldweg wechselten sich ab. Ich war froh vor den Nachmittagsgewitter angekommen zu sein. Jetzt bin ich in einer Pilgerunterkunft in der Altstadt in einer dafür frei gehaltenen Wohnung alleine. Die Kochgelegenheit konnte ich nutzen.
Am Dienstag, den 19.09. ca. 22 km von Beaune nach Chagny und am Mittwoch, 20.09. ca. 20 km bis nach Jambles gelaufen.
Blick über die Weinberge zurück Richtung Beaune
Gestern ging es aus Beaune heraus und dann bis Chagny nur über schmale Straßen oder asphaltierte Radwege. So erreichte ich das südliche Ende der Cote d‘Or.
Heute, am Mittwoch ging es nicht mehr nur durch Weinberge. Die Landschaft wurde hügeliger und es gab auch wieder Waldpassagen. Auf den Höhen war wunderschöne Aussicht.
Am Samstag, den 16.09., ca. 27 km gelaufen und am Sonntag, den 17.09., ca. 21 km gelaufen.
romanische Kirche Fissey
Am Freitagabend hatte ich einen sehr nettes Abendessen bei meinen Gastgebern in Dijon. Dann ging es am Samstag zunächst aus der Stadt hinaus und dann bis Nuits-St-Georges nur durch die „Weinberge“. Unterwegs traf ich eine deutsche Mitpilgerin, mit der ich ein Stück gemeinsam lief. Abwechslungsreiche Wege führten durch eine beeindruckende Kulturlandschaft. Auch in Nuits-St-Georges hatte ich ein Privatquartier mit Abendessen in der Familie. Bis Beaune ging dann der Weg durch die „Weinberge“ weiter.
„Weinberge“ ist eigentlich das falsche Wort; es sind mehr Weinfelder. Die Landschaft ist im Verhältnis zu den nördlichen Weinanbaugebieten in Deutschland flach. Die „Clos“ heben sich nur langsam zum Rand der Saône-Ebene zum Waldrand hin. Aber auch hier sind die besten Lagen oben (les grands crus).
Die Weinlese ist in vollem Gange.
Heute am Montag ist nochmals ein Ruhetag angesagt. Ich habe zwei Hotelnächte gebucht, um mich mal in Ruhe zu sortieren.
In Marcilly-sur-Tille hatte ich eine reizvolle Herberge im Nebengebäude einer Mühle für mich alleine. Vom Tal der Tille ging es viel über Felder nach Dijon. Die Felder wirkten fruchtbarer als die Tage zuvor auf dem Hochplateau von Langres. Zeitweilig bin im gemeinsam mit einer Mitpilgerin gelaufen, was eine nette Abwechslung war.
Entlang des Tales der Tille bin ich heute durch Wald und über Felder durch Burgund gelaufen. Ein abwechslungsreicher Weg. Bisher habe ich aber noch keinen einzigen Weinstock gesehen, obwohl das Département „Code d‘Or“heißt.
In fast allen Dörfer durch die ich gestern und heute lief, konnte ich sehr schöne Waschhäuser bewundern. Die Meisten hatten zwar ihre alten Steinbecken, aber diesen überwiegend nicht mit Wasser gefüllt. Trotzdem eignen sie sich ideal für eine Pause bei heißem Wetter. Es ist drinnen schattig und die Steinplatten sind angenehm kühl.
Eine besondere Entdeckung war der Nationalpark, von dem ich zuvor nichts wusste. Es ist Frankreichs jüngster Nationalpark. Zwei Tage lang bin ich ganz überwiegend durch Wald gelaufen. Die Wege waren gut bezeichnet und gepflegt. Der Wald erinnerte mich an den Hainich. Mitten im Wald an einer kleinen Straße habe ich letzte Nacht bei Auberive eine nette und sehr persönliche Unterkunft gefunden.
Am Freitag ca. 28 km gelaufen und heute, am Samstag ca. 20.
Der Wald färbt sich langsam.
Gestern ging es viel durch Wald und da fand ich es auffällig, dass sich trotz hochsommerlicher Temperaturen schon die ersten herbstlichen Ocker- und Rosttöne zeigen. Erste Herbstzeitlose habe ich auch schon entdeckt. Gestern Abend habe ich sehr freundliche private Aufnahme gefunden.
Heute ging es dann entspannt weiter. An einem großen Stausee mit wenig Wasser vorbei nach Langres. Die Stadt ist nett; ich hatte sie mir aber größer vorgestellt.
Die „Dorfzentrale“: Rathaus, Post und (!) Baguette-Automat
Bis Dombrot-le-Sec begleitete mich David. Dann mussten wir unsere Zeit des intensiven Austauschs beenden und ich bin alleine weitergelaufen. Da sich unterwegs keine Übernachtungsmöglichkeit gefunden hat, habe ich mich entschlossen bis Bourbonne-les-Bains weiterzulaufen. Dort kam ich erst mit Beginn der Dunkelheit an. Dafür ist dann heute Ruhetag.
Die Musikauswahl der Kinder auf den Ohren war Doping zum Laufen.
Am Montag ca. 29 km gelaufen; heute, am Dienstag ca. 18 km.
Denkmal zu den Visionen von Jeanne d‘Arc
Morgens starteten wir mit Nebel über den Wiesen vorbei an der Basilika zu Jeanne d’Arc. Da es im nächsten Ort nichts zu Essen gab (Montag) liefen wir nach Neufchateau und dann erst auf dem Jakobsweg weiter.
Heute führte uns der Weg nach Contrexeville (neben Vittel). Die Orte sind für ihr Quellwasser bekannt.
Denkmal in der Nähe des Geburtsortes von Jeanne d‘Arc
Nach einem sehr netten Frühstück bei unserer Gîte-Wirtin liefen wir entlang des Maastales nach Süden. Das Tal ist eine weite Senke und die Gegend ist sehr dünn besiedelt. Viel Zeit zum Erzählen.
Nach einem kurzen Stadtrundgang in Toul sind wir nach Chalaines gestartet. Heute war seit einiger Zeit wieder ein sonniger Tag und so lief es sich über Felder und durch größere Waldstücke richtig gut. Dabei überquerten wir die Wasserscheide Mosel – Maas.
Gestern ca. 30 km gelaufen und heute am Freitag ca. 23 km.
Brunnen in Jezainville bei Pont-a-Mousson
Größtes Ereignis war für mich war, David mittags in Pont-a-Mousson am Bahnhof abzuholen. Wir haben uns schnell auf dem Weg gemacht und sind bis Liverdun, einem netten Städtchen an der Mosel gelaufen. Dort gab es einen Zeltplatz.
Heute ging es dann bis Toul weiter. Der Weg ging viel durch Wald und über Felder. Toul an der Mosel hat eine beeindruckende Kathedrale.